Ist Ihr Unternehmen bewusstlos oder bei Bewusstsein?

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Zwei Mitarbeiterinnen im Gespräch am Mittagstisch in der firmeneigenen Küche: „Hast Du gesehen, Pia hat heute wieder die letzte Schachtel Papier beim Kopierer verbraucht und hat Tamara nichts gesagt!“ moniert die eine. Ihre Kollegin, welche für das Zubereiten des Mittagessens erst die Spühlmaschine ausräumen musste, antwortet darauf sichtlich gereizt: „Ja, und der Meier, der denkt wieder nur an seinen Umsatz und lässt unseren Jour-Fix jedes mal sausen, um mit einem Kunden einen Kaffee zu trinken.“ „Vom Schellenberg hätte ich erwartet, dass er das im Mitarbeitergespräch anspricht – der bekommt das doch auch mit!“. „Apropos Mitarbeitergespräch!“ fällt ihr die Kollegin ins Wort: „Welche unmöglichen Ziele hast Du wieder vorgesetzt bekommen?“ – „Weisst Du, ich habe ja einen guten Draht zu Didi, der sieht das bei mir nicht so eng.“ antwortet die andere entspannt. „Also wenn ich nochmals so eine schräge Beurteilung und so unrealisitische Ziele erhalte wie letzes mal, dann kündige ich!“

So oder Ähnlich verlaufen oft Gespräche zwischen Mitarbeitern. Das Lamentieren am Mittagstisch über betriebliche Unzulänglichkeiten ist nicht nur Alltag, wohl aber auch Teil der Psychohygiene zur Verarbeitung der Frustration. Was passiert, wenn ein Grossteil dieser verlorenen Energie FÜR das Unternehmen und nicht GEGEN die Kollegen eingesetzt wird, zeigt sich in Organisationen, welche die Haltung der Mitarbeitenden bezüglich dem Bewusstsein von Missständen verändern.

Ob das Unternehmen nun klassisch Hierarchisch geführt wird und der die Mitarbeitende in seinen Freiheiten zur Gestaltung seiner Arbeitsumgebung bestärkt wird oder bereits ein System zur Beseitigung von Missständen vorhanden ist. Im Zentrum steht immer die Aufforderung: „Sprich Probleme an, mache sie bewusst und sei ein Teil der Lösung.“ Also das Gegenteil von der geballten Faust im Sack.

Wird einem Mitarbeitenden bereits schon an einem Probetag oder in den ersten Tagen im Unternehmen der Blick auf Unternehmung als Organisation geöffnet und ein System der kontinuierlichen Verbesserung erklärt ist der Grundstein für eine Haltung – nennen wir sie „korrigieren statt lamentieren“ gelegt.

Das bewusste Trennen zwischen der Arbeit in der Organisation (Alltagsgeschäft) und dem Arbeiten an der Organisation, also dem Definieren von Regeln oder Prozessen, dem Bestimmen von Rollen oder Verantwortlichkeiten etc., bringt ein Bewusstsein in Abteilungen und ganze Unternehmen, welches mehr Selbstwirksamkeit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden zur Folge hat. Wird dieses „Arbeiten an der Organisation“ durch einen Vorgesetzten oder eine Abteilung übernommen, geht diese individuelle Verbindung zur bewussten Arbeit verloren.

Eine Gemeinsamkeit vieler neuer Organisationsmodelle (z.B. Holacracy, Teal-, Responsive-Organisations und TQM)  ist der darin integrierte Verbesserungsprozess und das bewusste Arbeiten an der Organisation.

Wer allen Mitarbeitenden die Organisation selbst bewusst macht, erntet eine Haltung in der „korrigieren statt lamentieren“ gelebt wird.

Wofür entscheiden Sie sich? Bewusstlos – oder SelbstBewusst? Lassen Sie uns gemeinsam über Ihr inspirierendes Unternehmen sprechen!

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